Der Trockenbau

Leichte Trennwände statt schweres Mauerwerk

Heute müssen nichttragende Trennwände nicht mehr durch schweres Mauerwerk mit Mörtel hochgezogen werden. Leichte Montagewände im Trockenbau sind eine schnelle, saubere und kostengünstige Alternative, die an die Tragfähigkeit der Decken keine allzu schweren Anforderungen stellen. Die zweischaligen Wände lassen sich sehr gut durch eingelegte Dämmmaterialien gegen Kälte und Schall isolieren. Zudem sorgen die sauberen und stabilen Gipskartonplatten für ein biologisch ausgeglichenes Raumklima.

Der Trockenbau ist eines der vielfältigsten Gewerke im Hochbau. Anfangs wurde er vor allem bei gewerblichen Baumaßnahmen eingesetzt, wie bei Verwaltungsbauten, Schulen, Hotels oder Krankenhäuser. Sei es bei der Gestaltung des Gebäudes oder der späteren Nutzungsänderung. Doch bald wurde klar, dass die Vorteile des Trockenbaus (Schallschutz, Brandschutz, Flexibilität, verkürzte Bauzeiten, usw.) auch im Wohnungsbau genutzt werden können. Heutzutage ist er dort nicht mehr wegzudenken, sei es für schnelle flexible Wand-, Boden- und Deckenkonstruktionen oder für hohe Anforderungen in der Bauphysik. Speziell eignet sich der Trockenbau besonders für den Dachgeschoßausbau, wodurch schnell und kostengünstig zusätzlicher Wohnraum gewonnen werden kann.

Leichte nichttragende Trennwände sind in der Ausführung frei nach den architektonischen Erfordernissen zu setzten, wie zum Beispiel:

  • Wohnungstrennwände
  • Brandschutzwände
  • Wände zur Aufnahme von Installationen
  • Schallschutzwände

Insgesamt erweist sich der Trockenbau mit Gipskartonplatten oft als die wirtschaftlichste Lösung und kann in allen Gebäudebereichen angewendet werden.

Akustik

Akustik

Akustik ist die Lehre vom Schall. Der Schall wird von einem schwingenden Körper, z. B. einer Trommel oder Gitarre, erzeugt. Die erzeugten Schwingungen planzen sich in Längswellen fort. Die Anzahl der Schwingungen in der Sekunde bezeichnet man als Frequenz. Maßeinheit für die Frequenz ist das Hertz (Abk.: Hz.). 1Hz = 1 Schwingung pro Sekunde. Mit der Schwingungszahl je Sekunde erhöht sich auch der Ton.

Nach dem Ausbreitungsmedium unterscheidet man:
Luftschall: Die Schallwellen breiten sich in der Luft aus.
Körperschall: Die Schallwellen breiten sich in Körpern, z. B. in den Bauteilen eines Gebäudes, aus

Beim Trittschall wird am Fußboden ein Körperschall angeregt, z. B. beim Gehen, Möbelrücken usw., der Körperschall wird dann als Luftschall in die anderen, besonders die darunter liegenden Räume übertragen.

Schallschutz

Durch fortwährende Mechanisierung und Motorisierung ist die Belastung der Menschen durch Lärm vielfach über die zumutbare Grenze angestiegen. Schallschutzmaßnahmen können und müssen vielfach Abhilfe schaffen.

Schalldämmung:

Die Ausbreitung des Schalls lässt sich durch Trennwände verhindern. Die Dämmwirkung nimmt mit der Dicke und dem Gewicht der Trennwände zu. Dicke, schwere Wände dämmen den Schall besser als dünne, leichte Trennwände.


Schalldämpfung:

Stoffe mit porösen Oberflächen verschlucken (absorbieren) den Schall. Dabei wird die Schallenergie in den Poren in Wärmeenergie umgewandelt. Die Schallabsorbtion bestimmt, ob ein Raum "hallig" wirkt und wie laut eine Geräuschquelle erscheint. Verschiedene Stoffe wirken sich je nach Frequenz unterschiedlich aus.

Bauformen

Bauformen

Hierzu gehören unter anderen: Abgehängte Decken, Gipskartonplattendecken, Alupaneeldecken, Metallständerwände, leichte Trennwände, Schall- und Brandschutz, Dachgeschoßausbau und Trockenestrich.

Formenreichtum durch Trockenbau

Der zunehmende Formeneinsatz von Planern bei der Gestaltung von Innenräumen stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Wir müssen nicht nur ihre Vorgaben umsetzen, sondern auch rationelle und günstige Lösungen mit einem optimalen Ergebnis finden.

Der Trockenbau hat sich in in den vergangenen Jahren entscheidend weiterentwickelt, und zwar ganz speziell was die Schaffung von Formen und Oberflächenstrukturen angeht. Während sich mit den normalerweise üblichenen Gipsplatten nur mit großen Arbeitsaufwand mehrfach dimensional geformte Elemente herstellen lassen, können unter Verwendung spezieller Gips-Glasfaser-Elemente solche Formen einfacher erzeugt werden. Alle denkbaren Gestaltungen sowie die bei Gipsplatten ebenfalls unmöglichen strukturierten Oberflächen sind so realisierbar.

Kühldecken

Systeme zur Klimatisierung von Räumen (Heizen und Kühlen) mit flächiger Anordnung der Rohre in den Raumumschließungsflächen haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Besonders die Entwicklung im Bereich Kühldecken ist hervorzuheben. Die Kühlung der Decke oder eines anderen Bauteils erfolgt durch geschlossene Wasserkreisläufe. Aufgrund der Systemtemperaturen von Kühldecken können auch umweltfreundliche, natürliche Ressourcen wie Erdreich, Grund- und Oberflächenwasser genutzt werden.

Grundsätzlich können Kühldecken in die beiden Gruppen Strahlungsdecken und Konvektionsdecken unterteilt werden. Deckenkühlung kann direkt mit dem Deckenputz an der Rohbetondecke, in Verbindung mit einer abgehängten Gipskartonplatte, als abgehängte Metallpaneeldecke realisiert werden. Eine verputzte glatte Deckenuntersicht ist ebenso möglich wie beliebige geometrische Formen bei Metalldecken. Beleuchtung, Luftdurchlässe usw. lassen sich problemlos in die Decke integrieren.